Susa Solero

Vorstand (CEO)

Geboren 1968 in Freiburg, Deutschland, war mein Leben rund 25 Jahre lang von morgens bis abends mit Sport ausgefüllt. In meinen 30ern studierte ich Sportwissenschaft, Philosophie und Anthropologie und arbeitete als Group- und Personal-Fitness-Trainer. Bis März 2020 war ich Alexander-Technik Schülerin in Frankfurt am Main, Deutschland.
Während der Schulzeit spielte Kunst immer eine wichtige Rolle. 1984 verbrachte ich ein Jahr als Austauschschülerin in Burlington, Iowa, USA, und hatte Kunst und Werken als Hauptfach. Ich nahm auch an einem Kunstwettbewerb mit einem Kreidebild und einer Bleistiftzeichnung teil und belegte den ersten und dritten Platz. Nach dem Abitur probierte ich alle mögliche künstlerische Felder aus, von Mode Design über Architektur, Film und Kunsthandwerk. Mein Problem damals: Ich konnte mich schlicht nicht entscheiden. Unter anderem deshalb dauerte es weitere 10 Jahre, bis ich mich noch für ein Studium entschied. Dann allerdings in einem ganz anderen und für mich überraschenden Bereich.
Das Photographieren war etwas, das ich in der Kindheit und später im Urlaub machte, aber nie ernst genommen habe, bis ich 2015 ein neues Smartphone (Samsung Galaxy S7) kaufte. Von diesem Tag an wurde ich süchtig nach Photographie. Die meisten meiner Fotos sind also mit dem S7 aufgenommen. Der nächste Schritt wird sein, meine Nikon D7000 und meine Sony DSC-RX100 kennenzulernen, um mehr fotografische Möglichkeiten zu haben. Ich liebe es, verschiedene Dinge auszuprobieren. So z.B. ein kleines Kit für mein Telefon, eine Mini-Ausrüstung von Objektiven mit Tele, Makro, Fisheye und Weitwinkel. Sogar das funktioniert, was mich wirklich überrascht hat und mir eine ganz andere Welt eröffnet. Ich habe eine ganze Schublade mit alten Kameras, darunter zwei Agfamatic Pocket. Wir nannten sie früher 'Ritsch-Ratsch', wegen des Geräusches, das sie machten. Ich habe mir bei ebay ein paar Filme gekauft, etwa 20 Jahre alt, und angefangen, damit zu photographieren. Es funktioniert sogar. Vor ein paar Wochen ersteigerte ich auch eine 8-mm-Filmkamera aus den 50er Jahren und ein altes Buch, wie man sie benutzt. Ich habe das Gefühl, dass ich all die Jahre nachholen muss, in denen ich mich nicht mit Kunst beschäftigt habe, weil ich mit meinem Beruf im Sport so beschäftigt war. Ich hoffe, dass ich mindestens so viel Zeit für die Kunst übrighaben werde, wie ich für den Sport hatte.
Ich interessiere mich nicht für bestimmte Themen. Ich mache Bilder von allem, was meine Aufmerksamkeit weckt, was ziemlich 1:1 meiner Persönlichkeit entspricht. Das Leben ist voll von Dingen, die es zu entdecken gibt. Oft sind Leute, die mich beim Photographieren beobachten, verwirrt und fragen, was zum Teufel ich da photographiere. Meist ist es nicht der klassische schöne Anblick. Meistens sind es Details und Dinge, für die sich die Leute nicht so sehr interessieren. Das Einzige, was ich fast nie mache, ist, ein Bild so zu lassen, wie ich es aufgenommen habe. Ich liebe es, das, was ich sehe, zu bearbeiten und in etwas Neues zu verwandeln. Meine Stärke ist es, unscheinbare, lahme, langweilige Bilder in etwas Interessantes, Lustiges, Schönes zu verwandeln. Dokumentarische Photographie ist nicht mein Ding, zumindest nicht bis jetzt. Alle Fotos bearbeite ich direkt auf meinem Smartphone mit der vorinstallierten App von Samsung und einer weiteren App namens Snapseed. Viele Leute glauben, das Bearbeiten würde daraus bestehen, einfach einen Filter über das Bild zu legen und das war’s. Aber das funktioniert überhaupt nicht. Bei Schwarzweiß-Bildern ist das am deutlichsten zu sehen. Das Bild wirkt dann fad, langweilig, ausdruckslos.
Nach rund 6 Jahren habe ich vor kurzem ein neues Smartphone, das Samsung Galaxy S 20 FE, bekommen. Es bietet viel mehr Möglichkeiten, weil es mehrere Linsen, eine größere Auflösung und weitere Filter hat, mit denen es sich arbeiten lässt. Die Filter simulieren verschiedene Mal-Arten wie Ölmalerei, Buntstifte oder Aquarell. Wenn man sie nur ein bisschen einsetzt, entstehen faszinierende Basisbilder, mit denen man dann weiter experimentieren kann.
Vor ein paar Monaten habe ich einen Online-Druckkurs belegt. Das Drucken ist eine echte Herausforderung und eine Kunst für sich. Es gibt kaum etwas Schöneres, als der Moment, wenn die eigenen Bilder aus meinem kleinen Smartphone in Großformat aus dem Drucker rutschen! (Er druckt mit einer Breite von 110 cm.) Und es ist spannend, wie verschiedene Papiersorten mit dem Motiv interagieren.
Nächste Woche beginnt eine Gruppen-Ausstellung, an der ich teilnehme. Dafür habe ich Bilder u.a. auf LKW-Planen drucken lassen und sie an Holz-Metall-Rahmen angebracht, die mein Freund für mich gebaut hat. Auch das ist ein faszinierender Teil der Arbeit mit Photos: Die Auswahl der Gründe und Rahmen. An den LKW-Planen begeistert mich das robuste Material einerseits, andererseits die leuchtenden Farben und teilweise fragilen Motive. Das ergibt eine coole Spannung.
Aktuell arbeite ich an meinem Webshop via Shopify. Die eigentliche Website soll nur noch „Ausstellungsraum“ werden, da der Anbieter kein gutes Shopsystem hat. Auch das gehört für mich dazu: Vermarktung und Verkauf. Ebenfalls ein sehr kreativer, künstlerischer Anteil. Eine ansprechende Website bzw. Shop zu bauen, ist eine echte Aufgabe. Sie dann hinterher auch noch erfolgreich ans Laufen zu bringen, eine echte Herausforderung.
Seit Januar 2021 bringe ich einmal im Monat einen zweiseitigen Newsletter auf Deutsch und Englisch heraus, meine „Monatssicht“ oder ‚Monthly Sight‘ in Anlehnung an meinen Instagram Namen ‚Susa’s Sight‘. Dort gibt es eine Rubrik, in der ich über alles Mögliche schreibe oder besser philosophiere, was selten mit Photographie zu tun hat wie z.B. in der letzten, was Kreativität ist. Es sind meistens Themen, die mich irgendwie bewegen oder über die ich gestolpert bin. Eine weitere Rubrik „Inspiriert und ausprobiert“ befasst sich mit Tipps rund um die Photographie, sei es Ausstellungen, Künstler, Equipment oder z.B. meinen Druckkurs. In der dritten Rubrik „Wusstest Du, dass…?“ geht es um meist ungewöhnliche Informationen wie z.B. die Gemeinsamkeit von Andy Warhol, unsere Banknoten und die Wundertüte: das Linsenrasterbild. Auf der Rückseite informiere ich über meine Bilder und damit verbundene Ausstellungen, Wettbewerbe, Magazine oder wie im Juli kommen wird, ein Podcast einer Engländerin, die mich zu meinen Müllbildern aus dem Projekt „MüllDepponie“ befragen wird. Ihr Podcast dreht sich um Photographen, die sich mit Umweltthemen befassen.
Um es kurz zusammenzufassen: 24 Stunden täglich sind zu wenig! Es gibt einfach so viel zu tun.